Zwei Jahrzehnte lang habe ich in der genetischen Grundlagenforschung gearbeitet. Ich habe gesehen, wie kleine Veränderungen große Wirkung entfalten. Im Zellsystem. In der Entwicklung. Im Verhalten. Ich habe gelernt, genau hinzusehen.
In dieser Zeit arbeitete ich mit Menschen aus vielen Ländern und Kulturen. Oft weit weg von Familie und Freunden, mitten in großen persönlichen und beruflichen Herausforderungen. Ich habe zugehört. Ich war da. Und ich habe gespürt, wie viel es verändert, wenn jemand eine Situation ernst nimmt und ein schwieriges Gespräch nicht scheut.
Mit der Zeit merkte ich, dass gutes Zuhören an Grenzen stößt, wenn Belastungen größer werden. Das war mein Anstoß zur psychotherapeutischen Weiterbildung, die schnell zur Berufung wurde.
Im Zuge meiner Ausbildung konnte ich vielfältige praktische und klinische Erfahrungen sammeln: in der Krisenberatung bei Rat auf Draht, auf der Kinder- und Jugendpsychiatrie Mistelbach sowie bei Intakt, Therapiezentrum für Essstörungen. Am Institut für Paar- und Familientherapie vertiefte ich außerdem meine Erfahrung in der Arbeit mit Paaren und Familien.
Mein Blick aus der Forschung ist geblieben. Belastungen entstehen nicht für sich allein. Wie biologische Prozesse werden auch sie oft erst im Zusammenspiel verständlich. Jeder Mensch bringt seine eigene Geschichte mit, seine Beziehungen, seine Erfahrungen. Gemeinsam sehen wir hin: Was belastet Sie? Was trägt Sie? Welche Muster erzeugen immer wieder Druck? Ob wir dabei auf Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft schauen, ist zweitrangig. Alles gehört dazu.
Privat bin ich verheiratet und dreifache Mutter. Zu Hause ist immer jemand mit Musik beschäftigt, unserer gemeinsamen Leidenschaft. Das Malen von Bildern liegt mir zwar überhaupt nicht, doch meine Stärken liegen ohnehin im aufmerksamen Zuhören, im echten Interesse und darin, einen geschützten Raum zu schaffen, in dem Veränderung gelingen kann.